High Energy Solar
Spectroscopic Imager
HESSI
Der High Energy Solar Spectroscopic Imager HESSI wurde
im Oktober 1997 von der NASA als neue "Small Explorer Mission"
ausgewählt. HESSI wurde in kurzer Zeit mit einer starken Beteiligung
des Paul Scherrer Institutes (PSI) in Villigen, Schweiz, gebaut.
PSI war verantwortlich für das Teleskope and Lagesystem,
GSFC für die Gitter und deren Charaktersierung und UCB-SSL
für die Ge-Detektoren und das Projektmanagement. Das Startdatum
ist der 7. Juni 2001.
Das Hauptziel von HESSI sind detaillierte Untersuchungen der
Energiefreisetzung und Teilchenbeschleunigung in der magnetisierten
Sonnenkorona, Studien über Koronaheizung und die Bestimmung
der Zusammensetzung der Korona. HESSI wird den Energiebereich
zwischen 3 keV and 20 MeV mit bisher unerreichter Spektralauflösung
abdecken; gleichzeitig wird das Teleskop zum ersten Mal eine
Bildauflösung von 2.5 Bogensekunden bis zu Energien von mehreren
100 keV erreichen.
Konzept
HESSI ist spezialisiert auf hochauflösende Spektroskopie und
hochauflösende Abbildung der solaren Koronaemission zwischen
3 keV und 20 MeV. Die Beobachtung der gesamten Sonne während
einer (nominalen) Lebensdauer während des Sonnenmaximums
wird eine grosse Ausbeute grundlegender Daten produzieren, mit
denen unter anderem folgendes untersucht wird: Beschleunigungsprozesse
in instabilen solaren Magnetfeldern während Flares, deren Auswirkungen
auf die dichteren, unteren Schichten, die Geometrie und Lage
der Beschleunigungsregion, die genaue Verteilung der Elektronenenergien,
die Zusammensetzung der Korona, die Beiträge energiereicher
Ionen, usw.
Geschichte von HESSI
HESSI hat seinen Ursprung im Solar Maximum Mission-Satelliten
der 80er Jahre und in Ballon- getragenen Instrumenten. HESSI
wurde 1996 als Ersatz- Mission für die NASA Medium Explorer
Mission- Kategorie ausgewählt. Im Oktober 1997 wurde die Mission
zur neuen "NASA Small Explorer Mission" bestimmt.
Was ist die Aufgabe von HESSI
Bei einem Flare
entsteht Röntgenstrahlung hauptsächlich
durch gebremste Elektronen und die Gammastrahlung durch gebremste
positive Ionen.
Bei HESSI wird erstmalig die Beobachtung der harten Röntgenstrahlung,
Gammastrahlung und hochauflösende Spektroskopie miteinander
verbunden, um ein möglichst umfassendes Bild der Vorgänge zu
bekommen.
Besonders interessiert man sich für die hochenergetischen Prozesse:
- Die schnelle Freisetzung der in den instabilen Magnetfeldern
gespeicherten Energie
- Die ebenso schnelle Umwandlung dieser Energie in kinetische
Energie des Plasmas und der geladenen Teilchen
- Der Transport dieser Teilchen durch die solare Atmosphäre
und in den interplanetaren Raum
- Die folgende Aufheizung der solaren Atmosphäre
Wissenschaftliche Fragen
Die grundlegenden unbeantworteten Fragen hinsichtlich der Energiefreisetzung
und der Teilchenbeschleunigung bei Sonnenflares sind folgende:
- Welche Rolle spielen die hochenergetischen Teilchen bei
der Energiefreisetzung?
- Tragen die hochenergetischen Teilchen einen bedeutenden
Teil der freigesetzten Energie?
- Welche Mechanismen beschleunigen Elektronen und Ionen so
schnell und effizient auf so hohe Energien?
- in welchen Milieu tritt die Energiefreisetzung auf?
- Welche Mechanismen transportieren die Flareenergie, besonders
die energiereiche Partikelkomponente, vom Entstehungsort weg?
- Welches sind die charakteristischen Strahlungssignaturen
der Flares, die möglicherweise gefährdende Effekte haben,
und wie entstehen und entwickeln sich Flares?
Was ist neu bei HESSI
- Abbildende Spektroskopie im harten Röntgenbereich
-
- Abbildung im harten Röntgen- und Gamma-Bereich über 100
keV
-
- Erstmalige Abbildung von Kern- Gammalinien
-
- Bestimmung von solaren Gamma-Linienprofilen
-
- Kombination von räumlicher, spektraler, und zeitlicher Auflösung
übereinstimmend mit den Skalen der Energiefreisetzung und
des Energietransportes von >10 keV Elektronen
-
- Dynamischer Bereich erlaubt sowohl die Detektion von Mikroflares
wie auch quantitative Messung der grössten Flares
-
- Hochauflösende Röntgen- und Gamma-Spektren von kosmischen
Quellen
-
- Harte Röntgen-Bilder des Krebs-Nebels mit 2 Bogensekunden
Auflösung
(Aus: "Hessi Fact Sheet", NASA GSFC Home Page)
So wird HESSI gestartet
HESSI befindet sich beim Start in einer dreistufigen Rakete,
dem Pegasus launch
vehicle, das mit einem Flugzeug (L-1011 “Stargazer”)
in ca. 12000m Höhe gebracht wird. Über dem Ozean wird die Rakete
abgeworfen und nach fünf Sekunden die erste Raketenstufe gezündet.
Nach 10 Minuten hat HESSI seine Umlaufbahn erreicht. Siehe
einen AVI- Film
(3,42 MB)
PSI Pressemitteilung
vom 1. Juni 2001
| |
Präzision
aus der Schweiz für die Erforschung der Sonne
Das Paul Scherrer Institut
hat Wesentliches zum neuen NASA-Satelliten HESSI beigetragen.
Das Ziel von HESSI, einem Satelliten
der NASA, ist die Beobachtung der gewaltigen Explosionen
auf der Sonne, welche die Fachwelt bisher nicht erklären
kann. Die Beiträge einer Forschungsgruppe des Paul
Scherrer Instituts (PSI) ermöglichen neue Erkenntnisse
mit HESSI, da ihr Know-how die notwendige Präzision
und Stabilität der Messgeräte garantiert.
Link zur Pressemitteilung vom 1.
Juni 2001
 |
Das Paul Scherrer Institut (PSI) hat
einen wichtigen Beitrag zu HESSI (High Energy Spectroscopic
Imager), einem Projekt der NASA, geleistet.
Das Bild zeigt HESSI am PSI, bereit zum Transport
in die USA, und die PSI-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter,
dank denen das PSI das Herzstück dieses Weltraumteleskops
termingerecht und allen Vorgaben an Genauigkeit und
Stabilität entsprechend, nach Kalifornien abschicken
konnte. (Foto PSI)
Mit Klick auf Bild erscheint die hochauflösende
Version (2.1 MB) |
|
|
|
|
Links zu kollaborierenden
Instituten
University of California Berkley Berkely UCB
(USA)
NASA Goddard Space Flight Center GSFC
(USA)
European Data Center ETH
(CH)
Paul Scherrer Institut PSI
(CH)
Bei Fragen und Anregungen wenden Sie sich an A.
Zehnder PSI
|