HESSI im Orbit !

Dienstag 5. Februar 2002: HESSI wurde um 22:08 MEZ gestartet und hat die nominale Umlaufbahn erreicht. Zu diesem Erfolg gratulieren wir dem Kennedy Space Flight Center und dem Berkeley Team die über Monate für den Start gearbeitet haben. Den Start kann im Archive Video (4.6Mbytes!) der NASA verfolgt werden.
Das PSI Team, Martin Fivian, Aliko Mechedlishvili und Alex Zehnder, werden in den nächsten 5 Tagen den PSI Imager und Aspekt System (SAS und RAS) in Betrieb nehmen. Die Geräte werden eingeschaltet und für den Betrieb optimiert. Während dieser Zeit werden die Gemanium Detektoren abgekühlt und nach ca. einer Woche ebenfalls in Betrieb genommen. Dann kann es los gehen mit der Wissenschaft!
Telefon Berkeley Imager-Kontrollraum 001 510 643 8646 /x 8642

HESSI Early Orbit Ereignisse in zeitlich rückwärtslaufender Reihenfolge. Die englische SSL Event-Seite ist hier zu finden.

Donnerstag 26. März: Mehrere wichtige Ereignisse fanden in den letzten 4 Wochen statt:
· HESSI wurde zu RHESSI umbenannt, zu Ehren des kürzlich verstorbenen Prof. Reuven Ramaty. Der offizielle Name von RHESSI ist "Reuven Ramaty High Energy Solar Spectroscopic Imager". Reuven war ein wahrer Pionier der Röntgen- und Gamma-Ray Astronomie und hat viel zum gelingen von HESSI beigetragen.
· RHESSI wurde erneut mit Hilfe der Sonnenpaneels ausgerichtet und dreht konstant mit 15 Umdrehungen/min.
· Am 20 März fand die NASA Presskonferenz statt. Details und Bilder findet man hier.
· Die Daten von RHESSI sind nun öffentlich zugänglich, wobei zu bemerken ist, dass die Bildverarbeitung und die Kalibration noch nicht beendet sind. Bilder können bis ca. 7 Bogensekunden erzeugt werden (Gitter 9 bis 3).
· Die benötigte Software kann frei von hier geholt werden.
· Die aktuelle Sonnenaktivität wird alle 5 Minuten von den GOES Satelliten gemessen und ist hier dargestellt.

Donnerstag 28. Februar: Die Kalibration der Instrumente ist noch nicht beendigt und daher konnten auch die ersten Resultate nicht, wie versprochen, am 26.2 vorgestellt werden. Es gibt keine grundsätzliche Probleme, ausser dass der Tag nur 24 Stunden zum Arbeiten hat und die Kalibrierung sehr schwierig ist, d.h. nur wenig Speziallisten können daran arbeiten. In der Zwischenzeit wurde HESSI auf 15 Umdrehungen/min beschleunigt und auf die optische Achse von dem SAS ausgerichtet.
Mittwoch 20. Februar: HESSI ist nun voll im Betrieb und die Sonne liefert Flares (M-Klasse) zur Genüge. Jederman/frau ist voll ausgelastet mit dem kalibrieren der Instrumenten. Auch wurde schon ein starker Gamma_ray Repeter beobachtet. Wir hoffen immer noch bis zum 26. Februar ein Bild eines Flares liefern zu können. Alle Systeme funktionieren einwandfrei und HESSI rotiert mit ca. 14 U/min. Anfangs nächster Woche soll HESSI auf 15 U/min beschleunigt und die auf das Sonnenzentrum ausrichtet werden. Zur Zeit ist der Winkel zwischen der Imagerachse und der Drehachse ca. 5 Bogenminuten. Diese Differenz kann durch das Ausrichten der Sonnenzellenpaneels auf praktisch null verkleinert werden. Das SAS Aspektsystem liefert dabei den notwendigen Input.
Freitag 15. Februar: Die Auswertung der HESSI Daten wurde wegen irdischen Problemen gestoppet: Hacker sind ins SSL Netz eingebrochen und 28 Maschinen müssen neu konfiguriert werden. Zu Glück hat der Kontrollraum eine solide "firewall" und daher keinen Schaden erlitten: der Betrieb mit dem Satelliten ist normal. Gestern wurde der "Shutter" erfolgreich ausprobiert, er dient zur Abschwächung von Photonen von intensiven Flares. Die Detektoren registrieren eine erhöhte Untergrundrate, die Ursache wird zur Zeit studiert.
Mittwoch 13. Februar: HESSI ist jetzt im Betrieb! Alle Detektoren funktionieren und am Dienstag morgen wurde schon ein C2-Flare gefunden. Die Detektoren haben eine Temperatur von ca. -200C und die Hochspannung ist nominal. Auch die Energieauflösung ist wie erwartet. HESSI rotiert mit 14 U/min stabil mit 0.1 Grad Winkel zur Sonne. Dieser Betrieb ist für uns gut, so können wir SAS für verschiedene Winkel studieren. Die Arbeit konsentriert sich auf Detailstudien der verschiedenen Instrumenten. Auch wurde schon die erwartete Modulation der Röntgenstrahlung gesehen. Allerdings kann in nächster Zeit nicht mit einem Flare Bild gerechnet werden, da die NASA eine Sperrfrist bis zum 26. Februar verordnet hat. Dann soll es eine Pressekonferenz geben mit der Vorstellung der ersten Bilder.
Montag 11. Februar: Das Wochenende wurde zur Datensichtung und Studium von SAS und RAS verwendet. Alles sieht immer noch sehr gut aus. Heute wurden die Detektoren eingeschaltet, auch hier gab es keine Probleme. Gespannt werden die ersten Bilder erwartet.
Samstag, 9 Februar: Heute war ein äusserst erfolgreicher Tag: wir haben SAS und RAS unter Kontrolle! Der Satellit wurde über Nacht voll auf die Sonne gerichtet, er präzesiert zwar noch, aber die Sonne ist die ganze Zeit im Blickfeld von SAS. Ein Bild des präzesierenden Sonnenzentrum findet man hier. Wir konnten die Winkelauflösung studieren und ohne viel zu optimieren haben wir das Sonnenzentrum auf 0.07 Bogensekunden (Sigma) gemessen. Das sind ca. 0.3mm auf einen Kilometer Entfernung! Verlangt ist 0.4 Bogensekunden. SAS erlaubt auch die Geometrie des Imagers zu verifizieren: man sieht keine Verschiebung im Mikrometerbereich! RAS sieht Sterne auch auf der Sonnenseite der Erde, d.h. das Streulichtproblem ist gelöst.
An dieser Stelle möchte ich allen PSI HESSI-Mitarbeiter aufrichtig danken: der Imager hat die Weltraumtaufe mechanisch und elektronisch voll überstanden.
Der Satellit und der Datentransfer funktionieren tadellos, die Detektoren sollen Montag eingeschaltet werden. Daher ist HESSI am morgige Sonntag noch voll für uns zur Verfügung.
Freitag 8. Februar: Der ganze Tag wurde zur Optimierung von RAS verwendet. Es zeigt sich, dass man in der HESSI Nacht Lichter (Städte) auf der Erde sieht, die mit Sternen verwechselt werden können. Das gibt aber kein Problem, da HESSI in der "Nacht" sowieso nicht arbeitet muss. Sterne sieht man auch, mit einer Breite von weniger als einem Kanal (Sigma). Ein Problem gibt es auf der HESSI Tagseite: dort macht uns das Streulicht von der Erde Probleme; damit haben wir immer gerechnet, konnten aber auf der Erde das Streulichtproblem nicht befriedigend simulieren, daher jetzt die Arbeit. Wir kämpfen weiter..
Donnerstag 7. Februar 2002: Heute wurde vor allem mit den SAS/RAS Daten gekämpft. HESSI dreht jetzt mit ca. 11 Umdrehungen/Minute und morgen wird man den Fine Sun Sensors mit dem SAS alignieren. Die SAS und RAS Systeme laufen beide, der RAS Shutter ist geöffnet worden. Zur Zeit wird RAS optimiert. SAS braucht noch die Integrationseinstellung, die Daten dafür haben wir aufgenommen, aber die Zeit zur Auswertung fehlt. Zum Glück kühlen die Ge-Detektoren langsamer als geplant, daher haben wir etwas mehr Zeit. Alles in allem bis jetzt ein voller Erfolg
Mittwoch 6. Februar 2002: HESSI lässt sich so problemlos einschalten wie auf der Erde. Ausser kleineren, behebbaren Störungen funktioniert alles bestens. Z. B die Linkrate zum Satelitten hat noch Fehler bei 4Mbaud aber 1MBaud geht sie tadellos. Um 18:00 wurde der Imager eingeschaltet und schon der erste Orbit zeigte, dass SAS und RAS absolut fehlerfrei arbeiten! Da der Satellit erst mit einer Drehzahl von 1U/min rotiert und programmgemäss Drehimpuls bekommt (Präzesion) lässt sich SAS und RAS noch nicht optimieren. Trotzdem gelang es SAS einige Sonnensekanten zu messen (mit Sonnenflecken) wie die Figur zeigt. Wir sind um 22:30 immer noch am Messen, daher die kürze des Berichts
Dienstag 5. Feb. 20:20 Berkeley: Erste Resultate: der Orbit ist nominal (600km,38 Grad Inklination), die Sonnensegel sind ausgefahren und funktionieren, der Bodenkontakt ist problemlos, alle Satellitensysteme, soweit getestet, funktionieren. Der Instrumentenkomputer (IDPU) wurde um 19:45, inklusive Temperaturstabilisierung des Imagers, eingeschaltet. Die Tray- und RAS Temperaturen sind wie erwartet und die Heizer eingeschaltet. PSI Imager wird Mittwoch ca. 18:00 (Berkeley Zeit) in Betrieb genommen.